Balkontomaten 2010 – Das Resumée

2010er Cocktailtomaten im Eigenanbau
2010er Cocktailtomaten im Eigenanbau

Das erste Jahr mit eigenem Balkon und das erste Jahr mit eigenen Tomaten – das passt zusammen! Nachdem ich vier Jahre keine Möglichkeit für Grünpflanzen im Freien hatte, ergaben sich durch den Umzug in eine Wohnung mit Balkon ungeahnte botanische Möglichkeiten…

Zugegeben, mit zwei Cocktailtomaten-Stauden, sowie verschiedenen Basilikumsorten, Rosmarin, Salbei, Petersilie und Minze ist das Angebot in den nächsten Jahren noch ausbaufähig; ein schlechter Anfang war es trotzdem nicht.

Natürlich haben sich bei mir noch diverse Fehler eingeschlichen, so dass ich beispielsweise die Tomaten im selben Topf zusammen mit jeweils verschiedenen Kräutern gesetzt habe (Tomaten tiefer, da sie auch tiefer wurzeln). Die Folge war, dass die Wasserversorgung für die Kräuter mit zunehmender Größe der Tomaten immer schwieriger wurde.  Die Früchte schmeckten und tun das dennoch sehr gut, besser als (fast) jede gekaufte Tomate!

Für all jene, die sich auch gerne an eigenen Tomaten versuchen wollen, hier einige Tipps, die ich im Laufe des Jahres gesammelt habe:

  • Am besten junge Setzlinge in der Gärtnerei kaufen oder von bekannten Beziehen.  Die eigene Zucht aus den Kernen ist deutlich aufwändiger und braucht mehr Erfahrung. Bei der Sorte je nach Lage auf Robustheit oder Geschmack achten; wobei die Pflanzen am Balkon meist gut geschützt sind.
  • Die Setzlinge erst nach den Eisheiligen (letzte Eisheilige Sophie am 15. Mai) ins Freie setzen, da Tomaten generell Frost nicht vertragen.
  • Beim Umpflanzen ins Freie oder in den Topf (relativ groß, um nicht jeden Tag gießen zu müssen) auf die richtige Erde achten, nach Möglichkeit Humus untermischen und die Tomate zum besseren Anwurzeln mit speziellem Tomatendünger unterstützen.
  • Gegossen sollte nur der Pflanzboden werden, Wasser auf Blättern oder am Stamm sollte vermieden werden.
  • Die jungen Pflanzen locker an Stangen (z.B. Bambus, gibts im Baumarkt) binden, so dass die Wuchsrichtung vorgegeben ist und die Tomaten gerade wachsen.
  • Während der Wachstumszeit bis ungefähr Juli/August die Jungtriebe, die in den Wuchsachseln der großen Triebe entstehen mit den Fingernägeln abzwicken. Andernfalls werden die Pflanzen übermäßig groß und bilden zu viele Früchte, die aber nicht reif werden.
  • Wenn die Reifezeit der Früchte begonnen hat, die Haupttriebe oberhalb der Blüten abschneiden. Damit wächst die Pflanze zwar nicht mehr, aber die frei gewordene Kraft wird in die Früchte gesteckt, die somit ausreifen und herrlich schmecken!

Die letzten beiden Punkte halte ich persönlich für sehr wichtig, auch wenn man skeptisch ist, die Pflanze zuzuschneiden. Da ich dieses Jahr selbst die Erfahrung gemacht habe, dass größer nicht unbedingt besser ist, würde ich euch empfehlen, die Tipps zu beachten 🙂 Ich musste meine fast 3 Meter hohen Stauden diverse Male zusammenbinden, da sonst der gesamte Balkon verwuchert wäre. Die Fruchtausbeute daraus war trotzdem nicht höher als bei anderen Pflanzen – der Gießaufwand aber deutlich!

Wenn einige Tomaten trotz allem nicht komplett ausreifen, bis die Tage und Nächte wieder kälter werden, gibt es auch hier eine Lösung: Man kann die Tomaten einfach vom Strauch nehmen und zum ausreifen zum Beispiel in den Wintergarten oder an einen anderen sonnigen Ort legen. Die so nachreifenden Früchte kommen zwar nicht mehr ganz an die Geschmacksqualität einer vollreifen Sommertomate heran; trotzdem lohnt es sich!

Alle Tomaten-Bilder in diesem Beitrag wurden übrigens heute Nachmittag erstellt, als ich meine (zahlreichen) nachgereiften Früchte vom Balkon herein geholt habe. Dort lagen sie gut 6 Wochen an einem sonnigen, trockenem Ort; der Geschmack ist herrlich!

Nachgereifte Tomaten Jahrgang 2010
Nachgereifte Tomaten Jahrgang 2010

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