Pasta ausgerollt

Pasta selbst gemacht (pasta fresca)

…ein Kinderspiel, man glaubt es kaum! So war auch speziell mein Vater sehr erstaunt, „dass man das tatsächlich alles selbst machen kann“ und Pasta nicht nur im Supermarkt erworben werden kann. Der Vorteil dabei ist, dass man gleichermaßen frische Nudeln (Pasta fresca) direkt verspeisen kann (herrlich mit Pesto), als auch haltbare Pasta für andere Gerichte herstellen kann. Und das Beste dabei: Der extra-Aufwand (abgesehen von der Verarbeitung von mehr Teig) ist quasi Null.

Pasta ausgerollt
Ausgerollte Pasta auf der Arbeitsfläche

Natürlich ist Pasta nicht gleich Pasta, denn meist wird frische Pasta anders als Haltbare hergestellt. Je nachdem für was man sich entscheidet kommen Weizenmehl, Hartweizengrieß  Wasser, Salz und Eier zum Einsatz – allerdings in der Regel nie alles zusammen. Einfach, oder?

Um die Verwirrung gleich aufzulösen: Es gibt Pasta mit und ohne Ei, wobei in frischer hausgemachter Pasta meist Ei verwendet wird. Der Vorteil davon ist, dass die Nudeln schön aufquellen und – vor allem frisch aus dem Topf auf den Teller – hervorragend schmecken. Auch ist die goldgelbe Farbe optisch sehr ansprechend.

Die Wahl zwischen Weizenmehl und Hartweizengrieß ist es ebenfalls Geschmackssache. Beide Arten können auch jederzeit nach Belieben gemischt werden, wobei die Wassermenge dann gegebenenfalls angepasst werden muss. Falls man Hartweizengrieß verwendet, sollte man – wenn möglich – zu fein gemahlenem Gries greifen, da dann die Teig-Herstellung unkomplizierter ist. Andernfalls muss man etwas länger kneten bis man einen gleichmäßigen Teig erhält. Meine Erfahrung ist, dass Pasta aus Hartweizengrieß länger zur Herstellung braucht, insgesamt aber einen geschmeidigeren Teig ergibt.

Die Verarbeitung der Teige ist in aller Regel identisch, weshalb ich vorerst nur die Unterschiede in den Zutaten nenne. Als einziges Hilfsmittel benutze ich immer eine Pasta-Walze (Nudelmaschine), die das Ausrollen des Teigs deutlich vereinfacht und beschleunigt. Gebraucht sind die Maschinen oftmals sehr günstig zu beschaffen. Natürlich geht es auch ohne, die Pasta kann auf einer bemehlten Arbeitsfläche auch direkt mit dem Nudelholz ausgerollt werden.

Pasta mit Ei

  • 400 g Mehl / Hartweizengrieß
  • 3-4 Eier
  • nach Bedarf 1-2 EL Wasser
  • 1 TL Salz

Pasta ohne Ei

  • 400 g Mehl / Hartweizengrieß
  • 180-200 ml Wasser
  • 1 TL Salz

In jedem Fall wird das Getreide zuerst auf der Arbeitsfläche zu einem Berg gesiebt und eine Mulde hinein gedrückt. Das Salz zugeben und schrittweise in die Mulde Wasser zugeben und mit dem Weizen verrühren. Sobald ein Großteil gebunden ist wird mit den Händen weiter gearbeitet. Den Teig so lange kneten, bis ein geschmeidiger, gleichmäßiger Teig entsteht. Der Teig sollte nicht kleben, aber auch auch nicht zu trocken sein. Den Teig dann in Klarsichtfolie luftdicht verpacken und an einem Kühlen Ort mindestens 30 Minuten ruhen lassen (einige Stunden sind auch kein Problem).

Zur Verarbeitung portionsweise Stücke abschneiden (den Rest wieder gut verschließen, da der Teig schnell trocknet) und in der Nudelwalze in 2-3 Zwischenschritten dünn auswalzen.

Pasta Maschine
Maschine zum Walzen des Pastateigs

In mehreren Schritten geht das am Unkompliziertesten, da die direkte Verarbeitung auf der feinsten Stufe schnell Löcher produziert. Natürlich kann man auch dickere Pasta herstellen, ich empfinde die dünnste Stufe für Pasta mit Ei allerdings optimal. Sofern Tagliatelle oder Spaghetti entstehen sollen, die dünne Schicht noch einmal bemehlen und anschließend nach Belieben in Streifen Schneiden oder (falls vorhanden) in der Maschine walzen.

Lasagne-Platten können direkt vorgekocht werden. Im kochenden Salzwasser ist die Pasta in wenigen Minuten gar und frisch kein Vergleich zur normalen industriellen Nudel – probiert es aus! Frische Pasta kann auch auf einem bemehlten Holzbrett zwischengelagert werden, bevor die gesamte Menge in den Kochtopf wandert.

Für Pasta, die getrocknet werden soll (fast unbeschränkt haltbar), verwende ich immer ein straff gespanntes Küchengarn,  an dem die Nudeln zum Trocknen aufgehängt werden. Das ist in jeder Küche machbar und gleichermaßen einfach wie effektiv. Die getrocknete Pasta in einem verschlossenem Gefäß aufbewahren und später wie normale Pasta kochen. Einfach, oder?

Pasta zum Trocknen
Pasta wird auf einem gespannten Küchengaren aufgehängt und getrocknet

 

 

5 comments on “Pasta selbst gemacht (pasta fresca)Add yours →

  1. Erinnert mich daran mal wieder Pasta selbst zu machen, die „Nudelmaschine“ 😉 setzt langsam Staub an.
    Allerdings bin ich etwas fauler und nehme die Küchenmaschine zum kneten 🙂

    Aber es stimmt, selbstgemacht schmeckt ausnehmend gut!

  2. Mit dem Trocknen „auf der Leine“ gibt’s da einen Trick die wieder sauber abzunehmen? Bei mir sind sie nach dem Trocknen so spröde gewesen und teilwese etwas zusammengeklebt, das sie beim Versuch des Abhängens in kleiner Teile zebrochen sind. Geschmacklich kein Abbruch, aber trotzdem nicht ganz optimal.

    Mögliche Ansätze die ich mal probieren wollte:
    Besser einmehlen
    Dünnere Pasta (=leichter)

    Oder hast Du noch eine Idee?

    1. Einmehlen ist hier sicherlich das Stichwort. Bevor ich die Nudeln in der Maschine in Teile schneide, mehle ich das schon ganz ordentlich ein. Damit kleben sie an der Leine nicht zusammen. Zusätzlich nehme ich die Nudeln auch schon nach einer halbe Stunde ab, dann trocknen Sie auf einem Holzbrett aus. Ich denke ohne ausreichend Mehl werden auch dünnere Nudeln zusammen kleben. Aber insgesamt auf jeden Fall wichtig zu beachten 🙂

      1. Nach einer halben Stunde runternehmen und dann weitertrocknen ist auch eine gute Idee. Wird alles fürs nächste mal vorgemerkt.
        Merci.

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